Jo. Franzke Architekten Jo. Franzke Architekten

Projekt

Alte Stadt- bibliothek

Frankfurt am Main, Deutschland

Der heutige Entwurf versucht Einfachheit und Sparsamkeitin den Vordergrund des Umbaus zu stellen.

Die klassizistische historische Stadtbibliothek von Johann Friedrich Christian Hess war schon bei ihrer Einweihung ein Kompromiss. Von seinem ursprünglichen Entwurf wurden nur der Portikus und die Eingangshalle mit der Treppe realisiert. Vielfache spätere Umbauten verschandelten den Bau, der 1944 den Bomben zum Opfer fiel. 

Der vorliegende Entwurf stellt den Versuch dar, dem Ideal von Johann Friedrich Christian Hess unter Berücksichtigung aller Zwänge aus dem vorhandenen Grundstück und in Erfüllung des vorgegebenen Raumprogramms nahe zu kommen. Da es von Hess’ Entwurf von 1817 nur die Hauptansicht gegen die Schöne Aussicht gibt, handelt es sich bei den restlichen Fassaden um eine Interpretation.

Der Grundriss wurde in der Tiefe um zwei Felder erweitert; das Seitenverhältnis mit 1:2 fällt so harmonischer aus als im Entwurf von 1821. Im Übrigen sucht der heutige Entwurf Einfachheit und Sparsamkeit in den Vordergrund des Umbaus zu stellen. Jede weitere Dekoration wird abgelehnt, wie sie schon der Lehrer von Hess, der Architekt und Theoretiker Jean-Nicolas-Durand, gefordert hatte. Entsprechend der Tradition des Klassizismus, der Haus und Garten als Einheit ansah, in der das Innere sich in der Natur fortsetzte, wurde dem umgebenden Raum des Baus genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem Haus selbst. Allerdings nimmt die Entwurfskonzeption für die Außenanlagen der Alten Stadtbibliothek Abstand von einer zeitgenössischen Interpretation des Gartens. Sie greift auf eine ältere Gartenkonzeption zurück, die mit dem Entwurf von Hess ein wesentliches Moment gemeinsam hat: das Moment der Klassizität.

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